Zucker (Deutsches Zuckerkartell)

Am 18. Februar 2014 hat das Bundeskartellamt gegen die drei großen deutschen Zuckerhersteller Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG, Südzucker AG und Nordzucker AG Bußgelder in Höhe von rund 280 Mio. Euro wegen wettbewerbsbeschränkender Gebiets-, Quoten- und Preisabsprachen verhängt.

Hintergrund

Die illegalen Absprachen der Zuckerhersteller betrafen sowohl Verarbeitungs- bzw. Industriezucker sowie Haushaltszucker. Sie wurden bis zu den Durchsuchungen des Bundeskartellamts im Frühjahr 2009 praktiziert und erstrecken sich teilweise zurück bis in die Mitte der 90er Jahre.

 

Laut Bundeskartellamt (BKartA) haben die Hersteller ein „Gebietskartell“ gegründet und vereinbart, den Zuckervertrieb im Wesentlichen auf ihr angestammtes Gebiet zu beschränken. Die Absprachen hatten das Ziel, möglichst hohe Zuckerpreise sicherzustellen. Im Rahmen eines „einvernehmlichen Kunden- und Mengenmanagements“ koordinierten die Hersteller auch Aktivitäten hinsichtlich der EU-Zuckermarktordnung, der Osterweiterung der EU oder der Entwicklung des EU-Außenhandels. Zentral war die Übereinkunft, sich in Deutschland nicht in die Quere zu kommen und Überproduktion zu exportieren, anstatt sie in Deutschlands für vorstoßenden Wettbewerb zu nutzen.

 

Nach Feststellung des BKartA ging das Kartell nicht ursächlich auf die EU-Zuckermarktordnung zurück. Trotz europaweit vorgegebener Zuckerquoten und Mindestpreisregelungen hätten die Hersteller mit ihren Preisen um Absatzgebiete und Kunden konkurriert, wenn sie sich nicht die Zuckermarktordnung und die daraus „resultierende hohe Markttransparenz für ihre Abstimmung zunutze gemacht und auch noch den Restwettbewerb beschränkt“ hätten.

Erste ökonomische Analyse

CDC hat unter Einbeziehung externer Experten Mitte 2014 eine erste ökonomische Analyse der durch das Zuckerkartell verursachten Preiseffekte durchgeführt. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass signifikante kartellbedingte Preiserhöhungen festgestellt und unter Einbeziehung konkreter Transaktionsdaten  belastbar quantifiziert werden können. Schon in der Erstanalyse werden einerseits die konkreten Wettbewerbsbeschränkungen, andererseits die Besonderheiten des Zuckermarktes berücksichtigt.

CDC-Ansatz der Schadensermittlung und gegebenenfalls Anspruchsbündelung

Aufbauend auf der ökonomischen Ersteinschätzung und einer Vielzahl von Gesprächen mit auf verschiedenen Abnahme- und Produktionsstufen tätigen Unternehmen hat CDC eine umfassende Strategie zur Ermittlung der durch das Zuckerkartellfall verursachten Preisüberhöhungen sowie der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen im Zuckerkartellfall entwickelt. Dabei wird im Hinblick auf die Kartellauswirkungen über mehrere Marktstufen hinweg das Konzept einer kombinierten sowohl horizontalen als auch vertikalen ökonomischen Schadensanalyse und gegebenenfalls Anspruchsbündelung umgesetzt.

 

Die isolierte Schadensermittlung und Geltendmachung von Schadensersatzforderungen durch ein einzelnes geschädigtes Unternehmen ist hingegen mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden. Insbesondere verfügen einzelne Unternehmen lediglich über ihre eigenen Transaktionsdaten. Diese genügen jedoch oft nicht, um die marktweiten Auswirkungen des Zuckerkartells möglichst umfassend abzubilden und so eine belastbare Schadensanalyse zu erstellen.

Gegenwärtiger Stand

CDC kooperiert bereits mit zahlreichen Unternehmen der Lebensmittelindustrie aller Größenordnungen sowie des Lebensmittelgroß- und -einzelhandels hinsichtlich der ökonomischen Schadensermittlung und der möglichen weiteren Vorgehensweise.

 

CDC erhebt und analysiert  im Rahmen einer präzisen ökonomischen Schadensanalyse die konkreten Transaktionsdaten aller kooperierenden Unternehmen. Hierbei stellt CDC die strikt vertrauliche Behandlung sensibler Unternehmensdaten durch die Einschaltung des kanzleieigenen Rechenzentrums einer großen deutschen Rechtsanwaltsgesellschaft sicher.

 

CDC verfügt über Zugang zu ausreichenden Ressourcen für die Finanzierung und Durchführung etwaiger Maßnahmen der Anspruchsdurchsetzung. Dies umfasst gegebenenfalls die vorschussweise Zahlung anfallender Gerichtskosten sowie die Absicherung des gegnerischen Prozesskostenrisikos. CDC kooperiert hierzu mit spezialisierten Dienstleistern. CDC ist daher in der Lage, von Kartellabsprachen betroffenen Unternehmen Komplettlösungen anzubieten.

Konkrete Ansprechpartner

Bei Fragen oder für weitere Informationen wenden Sie sich bitte gerne telefonisch oder per E-Mail an einen der folgenden Ansprechpartner:

 

CDC Consulting SCRL
Avenue Louise 475
B-1050 Brüssel
Belgien
Telefon: +32 (0) 22134920

 

  • Herrn Dr. Martin Seegers: Seegers@carteldamageclaims.com
  • Herrn Ben Bornemann: Bornemann@carteldamageclaims.com
  • Herrn Dr. Christian Classen: Christian.Classen@carteldamageclaims.com